Weltwunder
Die älteste vollständige Überlieferung der Liste der Weltwunder findet
sich in einem Epigramm des Antipatros von Sidon, einem phönizischen Dichter aus
dem 2. Jahrhundert v. Chr.. Er bereiste den Mittelmeerraum und Vorderasien, die
damals bekannte Welt und erstellte eine Art Reiseführer des Altertums, die
Liste der sieben Weltwunder, in der er die schönsten, größten und technisch
erstaunlichsten Bauwerke seiner Zeit beschrieb. Es ist nicht sicher ob er alles,
was er dort beschrieb, auch selbst gesehen hat. Fest steht nur dass er sich mit
der Auswahl seiner Reiseziele geographisch an die Nähe großer Handelswege
hielt und dass er eine unverhohlene Vorliebe für architektonisch-technische Höchstleistungen
entwickelte.
Den Begriff der Weltwunder gab es bereits vor Antipatros und ihre Beschränkung
auf die Zahl Sieben bereitete Schwierigkeiten, denn die Auswahl unter der
Vielzahl bedeutender antiker Bauwerke wirkt sehr willkürlich. Antipatros
fixierte die Weltwunder zum ersten Mal schriftlich, wobei er sie möglicherweise
neu festlegte. Er nahm nur Bauwerke auf die zu seiner Zeit noch intakt waren,
denn griechische Reisende pflegten damals keine Ruinen zu besichtigen.
Allerdings fand auch die bewunderungswürdige architektonische Leistung der
Akropolis keine Aufnahme in seinem Reiseführer, denn dieser war in erster Linie
für Athener verfasst. Und welcher Athener fragte schon nach einer Beschreibung
des bedeutendsten Tempels seiner eigenen Stadt?
Es wäre leicht gewesen die Zahl Sieben zu überschreiten, aber die Sieben war von je her eine heilige Zahl. In der babylonischen und altägyptischen Philosophie spielte sie eine ebenso wichtige Rolle wie bei den griechischen Naturphilosophen. Sie taucht in der Bibel auf, nach der Gott die Welt in sieben Tagen erschuf. In der katholischen Theologie gibt es die sieben Todsünden und sieben heilige Sakramente. Der Islam kennt sieben Himmel. Und schon vor diesen Bedeutungen entstand Rom auf sieben Hügeln und kannte die griechische Astronomie das Siebengestirn, die Plejaden, das in Wirklichkeit aus viel mehr Sternen besteht. Auch in vielen Märchen fand die Zahl Sieben Eingang und bei den Mathematikern der griechischen Antike galt die Sieben als vollkommene Zahl.
Jedenfalls ist das einzig existierende dieser Weltwunder nur noch die Pyramiden von Gizeh. Die ursprünglich aufgelisteten Stadtmauern von Babylon wurden durch Gregor von Tours im 6. Jahrhundert aus der Liste entfernt, da sie zerstört waren, und durch den Leuchtturm von Alexandria ersetzt. Der Turm zu Babel fand nie Eingang in die Liste, da er schon bei der Entstehung ihrer Erstfassung nicht mehr existierte. Die Liste wurde im Lauf der Jahre oft geändert und angepasst. So wurden im 13. Jahrhundert beispielsweise die gesamte Stadt Rom, die Arche Noah und Hagia Sophia aufgenommen.
In der Renaissance erfolgte die Festlegung auf die heute übliche Liste der sieben Weltwunder:
- Hängende Gärten der Semiramis (Babylon)
- Koloss von Rhodos
- Mausoleum von Halikarnassos (Grab des Königs Mausolos II.)
- Pharos von Alexandria (der Leuchtturm des Hafens)
- Pyramiden von Gizeh in Ägypten
- Zeus-Statue des Phidias in Olympia
- Tempel der Artemis in Ephesos
- Um direkt zur Beschreibung zu kommen, klicke auf das jeweilige Bauwerk -
Andere alte Bauwerke werden oft in die Liste eingefügt.
- Angkor Wat
- Stonehenge
- Athener Akropolis
- Großer Sphinx von Gizeh
- Chinesische Mauer
- Pyramiden von Chichén Itzá (Mexiko)
- Tadsch Mahal
- Buddha-Statuen von Bâmiân in Afghanistan

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Sie richtet auch auff in diser Statt ein Schloß,
das begriff in seinem circk 20 stadien, vnd darinn ein wunderbarlicher
grosser Garten, der stunde auff Steinen Seulen oder Mawren... Diß Werck
ist gezehlt worden vnder die sieben Wunderwerk der Welt.
Sebastian Münster |
Die hängenden Gärten der Semiramis oder die hängenden Gärten von Babylon, wie sie heute korrekt genannt werden, entstanden in der Stadt Babylon, die im Zweistromland im heutigen Irak lag, und zwar am Ostufer des Euphrat, ca. 90 km südlich von Bagdad.
Die hängenden Gärten wurden von König Nebukadnezar II. als Geschenk an seine Frau, eine persische Prinzessin, errichtet. Die Gartenanlage konnte allerdings gar nicht für Semiramis gebaut sein, da den Historikern nur eine weitaus ältere assyrische Königin mit diesem Namen bekannt ist.
Nach antiken griechischen Beschreibungen waren die Gärten waren auf einem Quadrat mit einer Seitenlänge von 100 m angelegt. Die sieben Terrassen erreichten eine Höhe von circa 25 bis 30 m.
Die dicken Mauern und Pfeiler des Aufbaugerüstes waren überwiegend aus Brandziegeln hergestellt, und unter den einzelnen Stufenabsätzen sollen sich Gänge befunden haben. Die Etagenböden bestanden aus drei Lagen. Eine Lage aus Rohr mit viel Asphalt, darunter eine doppelte Lage aus gebrannten Ziegeln, die in Gipsmörtel eingebettet waren, und ganz unten dicke Platten aus Blei. So wurde ein Durchdringen von Feuchtigkeit verhindert. In den oben aufgebrachten Humus waren verschiedene Baumsorten eingepflanzt. Bewässert wurden die Gärten durch ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem aus dem vorbei fließenden Euphrat. Der Eindruck des Hängens der Gärten entstand durch die geschickte Staffelung der sieben Etagen. Untereinander waren sie optisch verbunden durch ein dichtes Gerank von Hängegewächsen. König Nebukadnezar hatte seine Soldaten beauftragt, auf ihren Feldzügen alle unbekannten Gewächse, die sie im Ausland fanden, sorgfältig auszugraben und schnellstens in seinen Palast zu schaffen. Auch die babylonischen Handelskarawanen und Seeschiffe brachten ständig neue Pflanzen mit.
Die Beschreibungen, denen wir unsere Vorstellung dieser Gärten verdanken, gehen auf fünf Autoren zurück:
- Auf den Chaldäer Berossos (etwa * 350 v. Chr.), dessen Werk Babyloniaka wir unter anderem daher kennen, dass der jüdische Geschichtsschreiber Josephus Flavius daraus ausführlich zitierte.
* Auf Diodorus Siculus, der seine Beschreibung ungefähr in der Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. schrieb- Auf den griechischen Mediziner Ktesias von Knidos, der um 400 v. Chr. in persische Kriegsgefangenschaft geriet und als Leibarzt am persischen Hofe des Königs Artaxerxes tätig war. Er hinterließ ein umfangreiches und streckenweise fantasiereiches Werk mit dem Titel Persika. Was er darin über Babylon schrieb, ist zwar weitgehend verloren, wird aber von Quintus Curtius Rufus zitiert.
- Auf Strabon, einem griechischen Gelehrten, der im 1. Jahrhundert v. Chr. seine Geographice schrieb
- Auf Philon von Byzanz, der vermutlich um 250 v. Chr. wirkte und eine Art Reiseführer zu den Sieben Weltwundern schrieb
Babylon lag in einer sehr trockenen Ebene des Zweistromlandes. Deshalb waren die prachtvollen grünen Gärten eine große Besonderheit.
Professor Kai Broderson hat die These aufgestellt, dass diese berühmten Gärten nie existierten, sondern dass Nebukadnezar II. einen unzugänglichen Palastgarten schaffen ließ, der in der Fantasie der Autoren der nächsten Jahrhunderte immer wunderbarere Formen annahm. Als Beleg dafür führt er an, dass diese Bauten bis heute nicht lokalisiert werden konnten, dass man dem Garten Bewässerungsformen unterstellte, die erst in der Zeit nach Nebukadnezar II. erfunden wurden und dass weder die zeitgenössischen babylonischen Texte noch Herodot von einem solchen Bau zu berichten wussten.
Der deutsche Archäologe Robert Johann Koldewey entdeckte im Jahr 1898 Überreste der alten babylonischen Stadtmauer, des Turms von Babel und - wie er meinte - auch die Gewölbeunterbauten der hängenden Gärten. Vieles spricht für die Authentizität seines Fundes doch viele seiner Fachkollegen bezweifeln dass die Gärten dort gelegen haben, wo Koldewey die ungewöhnlich massiven und tragfähigen alten Gewölbe unter einer meterhohen Schuttschicht entdeckte.
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Bis zum Olympus empor, o Helios, türmte dir
preisend Rhodos` dorisches Volk diesen Koloß hier aus Erz... Zu achtzig Ellen Höhe hat ihn Lindos` Bürger Chares aufgetürmt. Epigramm |
Demetrios, König von Phrygien und Lykien in Kleinasien forderte 305 v.Chr.
die Bewohner von Rhodos auf, sich an einem Kriegszug gegen Alexandria zu
beteiligen. Weil die Rhoder jedoch in Alexandrien wichtige Handelspartner besaßen
lehnten sie entschieden ab. So belagerte Demetrios zuerst einmal die Hauptstadt
von Rhodos. Als ihm der Erfolg versagt blieb ließ er den größten
Belagerungsturm der Welt bauen, die 30 Meter hohe Helepolis. Dieses eichenhölzerne
Monstrum ließ sich auf Rädern an die Stadtmauer schieben. Ingenieure
errechneten dass dafür rund 3400 starke Männer nötig waren.
Vom Turm aus konnten Brandfackeln abgeschossen und zentnerschwere Steine
katapultiert werden. Von einer der insgesamt neun Etagen ließ sich eine Art
Zugbrücke auf die Krone der Stadtmauer herabhieven und ganz unten verfügte der
Turm über einen Rammbock, der gleich beim ersten Ansturm eine Bresche in die
Stadtmauer schlug. Die entsetzten Rhoder flehten ihren Inselschutzherren, den
Sonnengott Helios, um Rettung an und versprachen ihm eine Statue, größer und
strahlender als jedes zu dieser Zeit bekannte Götterbild.
Was die Stadt wirklich rettete war ein in aller Eile nachts ausgehobener tiefer
Graben, in den am nächsten Tag die Vorderräder der Helepolis stürzten. Der hölzerne
Turm blieb stecken und verschloss die Bresche in der Stadtmauer durch die eigene
Masse. Demetrios zog enttäuscht ab. Die Rhoder bestellten bei dem Bildhauer
Chares von Lindos, eine 18m hohe Statue und vereinbarten für die
Arbeitsleistung und das Material einen Festpreis. Später verlangten sie eine
doppelt so hohe Statue und Chares verdoppelte einfach den Preis.
Dies war ein Fehler, denn die Kosten lagen achtmal so hoch, was er erst später
bemerkte. Chares ging an diesem Auftrag bankrott und nahm sich nach
Fertigstellung der Statue das Leben. Jedenfalls baute Chares zuerst ein
Eisengestell als inneren Träger, welches mit Lehm ummantelt wurde. Die so
geschaffene Form hatte nahezu die endgültigen Maße der Statue. Um die Form
herum wurde ein Erdwall aufgeschüttet, der sich spiralförmig um das Standbild
wand. Von hier aus wurde Helios mit Bronzeteilen umschlossen. Insgesamt sollen
über 12t Bronze verarbeitet worden sein, was einer Wanddicke von ca. 1,6mm
entspricht. Um die Standsicherheit zu gewährleisten, wurde sie bis zum Kopf mit
kleinen Felsbrocken gefüllt. Einen kleinen Raum in der Mitte ließ man frei,
dort führte eine Leiter bis zum Kopf hinauf, um eventuelle Reparaturen ausführen
zu können.
Der Standpunkt der Statue ist ungewiss. Unwahrscheinlich ist, daß sie mit gespreizten Beinen über der Hafeneinfahrt stand. Man nimmt an, daß Helios in der Stadt mit Blick gen Osten stand, wo seine tägliche Fahrt über den Himmel beginnt. Die Darstellung als breitbeiniger Wächter über der Hafeneinfahrt von Rhodos ist erst in der Neuzeit entstanden und falsch. Eine solche Statue konnte es schon aus statischen Gründen nicht geben. Man nimmt an, dass der Koloss ein drittes Standbein gehabt haben muss, in Form eines Umhangs (so ein Rekonstruktionsversuch von H. Mayron), einer Lanze (nach A. Gabriel) o.ä., oder er stand mit geraden Füßen mit einer Hand zum Himmel.
Sicher ist nicht, dass der Koloss mit dem Hafen und der Seefahrt überhaupt etwas zu tun gehabt hat, auch wenn die Rhoder ein Seefahrervolk waren und man sich nur schwerlich vorstellen kann, dass sie ihr bedeutendstes Bauwerk etwas anderem als der Seefahrt widmen würden.
Wenn schon nicht breitbeinig über der Hafeneinfahrt, so möchten ihm viele wenigstens einen Platz am Hafen erhalten. Dagegen spricht allerdings, dass man Überreste hätte finden müssen, wenn er tatsächlich ins Meer gestürzt wäre. Auch wäre die Fundamentierung dort kaum möglich gewesen. Wahrscheinlicher ist daher ein Standort mitten in der Stadt oder in der Nähe der ehemaligen Johanniterburg, deren Kirche einst St. Johannes Colossensis hieß.
Leider hat man bis heute keine antike Darstellung des Koloss gefunden. Die genauen Ausmaße weiß man auch nicht - die Angaben schwanken zwischen 32 und 36 m Höhe, wobei manche wiederum den Marmorsockel, auf dem die Statue stand, mitzählen wollen, andere hingegen nicht.
Die Zerstörung schreibt man einem Erdbeben zu, das um 227, 226 oder 224 v. Chr. stattgefunden haben soll. Der Koloss hat also nur knapp 70 Jahre überdauert und war damit das kurzlebigste der sieben Weltwunder.
Das Mausoleum von Halikarnassos
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Durch die Mitte der Höhe des Halbrunds... wurde eine sehr breite Straße geführt, in deren Mitte das Mausoleum mit so hervorragenden Kunstwerken geschaffen ist, daß es unter die sieben Weltwunder gezählt wird. Vitruv |
Das Mausoleum von Halikarnassos (eigentlich Mausoleion) war das prächtige Grabmal von Maussollos II. (auch Maussolos oder Mausolos), dem persischen Satrapen von Karien in Kleinasien, im heutigen Bodrum an der Westküste der Türkei. Seit Antipatros von Sidon gehört es zum klassischen Kanon der Sieben Weltwunder und wurde erst im 16. Jahrhundert bis auf die Fundamente nahezu vollständig abgetragen. Unser heutiger Begriff Mausoleum leitet sich von diesem berühmten Bauwerk ab.
Den Auftrag zum Bau seiner Grabstätte gab Maussollos während seiner Regierungszeit von 377 v. Chr. bis 353 v. Chr. selbst. Zum Zeitpunkt seines Todes war es noch nicht fertiggestellt. Eigentlich sollte der Leichnam des Königs im Grabmal bestattet werden, aber seine Schwester und Witwe Artemisia, so die Überlieferung, besann sich in letzter Minute anders: Sie ließ den Leichnam einäschern, streute die Asche in einen Pokal mit Wein und trank ihn aus.
Der Bau wurde auf einer 100 mal 240 Meter großen Felsterrasse errichtet. Auf einem 33 x 39 m breiten fünfstufigem Unterbau erhob sich ein massiver Würfel von 27 x 33 m Kantenlänge. Unterbau und Würfel waren zusammen 22 m hoch und reich mit Reliefs geschmückt. Erst darüber befand sich das eigentliche Grabmal. Die Cella war von 39 je 11 m hohen Säulen umgeben - ein Säulenumgang, in dessen Zwischenräumen Skulpturen aufgestellt waren. Dach und oberen Abschluss des Bauwerks bildete eine getreppte, 24stufige, Pyramide, auf ihrer Spitze bekrönt von einer bronzenen Quadriga, die von Maussollos und Artemisia gelenkt wurde.
Für die damalige Zeit war seine Architektur revolutionär, eine Mischung aus griechischer, ägyptischer und persischer Bauweise, die später von fast allen Kulturen übernommen wurde. Wichtige Persönlichkeiten wurden fortan in ähnlichen Gräbern beigesetzt, Mausoleum genannt.
Das Mausoleum wurde mit Sicherheit durch ein Erdbeben schwer beschädigt, blieb aber in seinen wesentlichen Teilen nahezu das gesamte Mittelalter hindurch erhalten. 1404 und, Augenzeugenberichten zufolge, noch einmal 1523 wurde es dann rücksichtslos von den Rittern des Johanniterordens abgebrochen, um Baumaterial für ihre Festung St. Peter zu gewinnen. Verständlich ist dieser Zerstörungsakt nur im Zusammenhang mit dem Rückzug der Kreuzritter aus Rhodos, die bereits Zypern verloren hatten und im selben Jahr 1523 vor den Truppen Suleimans des Prächtigen kapitulieren mussten und Rhodos verließen. In aller Eile wurde hier einer der letzten christlichen Brückenköpfe ausgebaut, bevor sich die Ordensritter 1530 endgültig auf die von ihnen eroberte Insel Malta zurückzogen.
Bereits in den älteren Teilen der 1404 errichteten Burg finden sich Reliefstücke und die typischen grau-grünen Quadersteine des Grabbaus. Aber noch 1497/1498, als die Florentiner Bernardo Michelozzi und Bonsignore Bonsignori Kleinasien besuchten, waren nach ihren Berichten bedeutende Teile des Grabmals intakt. So fanden auch einige Fragmente den Weg nach Europa. Sicher ist damit, dass der Schlussakt der Tragödie dieses Weltwunders tatsächlich erst 1523 stattfand. Der mit der Reparatur der Burg beauftragte Festungskommandant de la Tourette berichtet nämlich, dass nach der Entdeckung der eigentlichen Grabkammer, einem großen, mit Marmor ausgestatteten Raum, ohne Umschweife die Reliefplatten zerschlagen und der Bau abgebrochen wurde.
An der Stelle des antiken Halikarnassos befindet sich heute die Touristenmetropole Bodrum. Ihr moderner Name, der im Türkischen so viel wie unterirdisches Gewölbe bedeutet, deutet noch heute auf die verschütteten Reste des Mausoleums hin.
Der Leuchtturm von Alexandria (auch Pharos genannt nach der Insel, auf der er stand)
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Zu den größten der Wunder, die wir selbst
gesehen haben, gehört der Leuchtturm, den Allah gegründet hat mit den
Händen derer, denen er diese Fronarbeit auferlegt hat... als Führung für
die Reisenden.
Ibn Dschubair |
Pharos war eine kleine Insel in der Nähe der ägyptischen Küste, die mit einer künstlichen Landbrücke eine Seite des Hafens von Alexandria darstellte. Da es der Gegend an natürlichen Landmarken mangelte, wurde es für nötig befunden, den Eingang des Hafens auf andere Weise zu markieren.
Am 16.04.331 v.Chr., ein Jahr nachdem Alexander der Große Ägypten erobert hatte und in Memphis zum Pharao gekrönt wurde, schritt er ein Viereck von 30 x 7 Stadien (5370m x 1253m) ab, den Grundriss der Stadt Alexandria. Durch Alexandria sollte Ägypten der griechischen Kultur und Wirtschaft geöffnet werden, und ein bedeutender Handelsplatz und Hafen sollte entstehen. Alexander hatte die Pläne für die Stadt selbst entworfen, auch den Standort für einen Leuchtturm, der auf einem Riff neben der Insel Pharos errichtet werden sollte. Der Leuchtturm wurde schließlich von Sostratus von Knidos im Anfang des 3. Jahrhundert v. Chr. von 299 - 279 erbaut.
Die Darstellungen des Pharos auf alexandrinischen Münzen des zweiten nachchristlichen Jahrhunderts weichen teilweise erheblich voneinander ab. So ist nur auf wenigen Stücken die in arabischen Quellen beschriebene Dreigliederung des insgesamt knapp über 100 m hohen Bauwerks deutlich zu erkennen, dessen unterer Abschnitt bis in eine Höhe von etwa 65 m einen sich nach oben verjüngenden quadratischen Querschnitt aufwies. Darauf erhob sich ein oktogonaler Aufbau mit einer Höhe von ungefähr 30 m, und ein Zylinder von ca. 9 m Höhe, der das eigentliche Leuchtfeuer, die Laterna, enthielt, bildete den Abschluss, der noch von einer Statue gekrönt wurde. Zusätzlich schmückten bucinablasende Tritonen den Absatz zwischen dem zweiten Turmabschnitt und der zylindrischen Laterna. Die Außenwand des Leuchtturmes war mit weißem Marmor verkleidet, so daß der Bau etwa 800 Talente gekostet haben soll. Dies entspricht in etwa 20.800 kg Silber, nach heutigen Maßstäben ca. 10 Mio. DM wert.
Ursprünglich war der Turm als Tag-Turm gebaut worden, denn die Schiffe
suchten damals am Abend stets einen Hafen auf. Mit dem Aufschwung der Stadt und
dem damit wachsenden Schiffsverkehr mussten die Schiffe auch nachts
auslaufen. Aus diesem Grund erhielt der Turm eine starke Lichtanlage, in welcher
Baumharz und Öl verbrannt wurden. Es war das erste Leuchtfeuer der
Schiffahrtsgeschichte, somit war der Turm von Alexandria der erste Leuchtturm überhaupt.
Über einen Hohlspiegel wurde das Licht gebündelt und reflektiert, so stark, daß
es angeblich bis ans Ende der Welt reichte.
Knapp 1000 Jahre überstand der Leuchtturm alle Kriegswirren unversehrt, bis er
796 n.Chr. bei einem Erdbeben in sich zusammenstürzte. Alle Versuche der
Araber, ihn wieder aufzubauen, schlugen fehl. Um 1480 errichtete Sultan Kait Bey
auf den Turmfundamenten eine Festung, die noch heute steht - Fort Kait Bey. Zu
diesem Bau wurden auch die Trümmer des Leuchtturms benutzt so dass selbst seine
Trümmer gänzlich verschwanden.
Nach dem Standort des Turmes wurde er auch einfach nur Pharos genannt. Dieses Wort wurde später in alle romanischen Sprachen übernommen: Leuchtturm heißt auf lateinisch pharus, italienisch und spanisch faro, französisch phare und portugiesisch farol.
Von diesem Weltwunder ist also nur ein Wort übrig geblieben.
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Es dauerte zehn Jahre, ehe nur die Straße gebaut war, auf der die Steine daher geschleift wurden, ein Werk, das mir fast ebenso gewaltig scheint wie der Bau der Pyramiden selber Herodot, Historien |
Die Pyramiden von Gizeh in Ägypten gehören - zusammen mit der Sphinx - zu den berühmtesten Bauwerken der ganzen Menschheit. Sie entstanden im Alten Ägypten vor fast 5.000 Jahren und erheben sich auf einer Hochfläche, einem Ausläufer der Westlichen Wüste, 8 km südwestlich der Stadt Gizeh (Gîza), heute einem Kairoer Vorort, rund 15 km vom Stadtzentrum entfernt, direkt an der Scharia el-Ahram (Pyramidenstraße).
Die Pyramiden wurden vor 4500 Jahren unter der vierten ägyptischen Königsdynastie als Grabstätten dreier Pharaonen in einem Zeitraum von etwa 100 Jahren erbaut und bilden das Zentrum einer riesigen Nekropole des Alten Reiches. Die mittlere der drei ist die Chephren-Pyramide. Die bekannteste und größte von ihnen ist die Cheops-Pyramide. Zusammen mit der dritten, der Mykerinos-Pyramide wurden sie 1979 als Kulturdenkmal von der UNESCO in die Liste des Welterbes aufgenommen.
Die Cheops-Pyramide ist das älteste und das einzige noch erhaltene Weltwunder. Wegen ihrer Größe wird sie auch die Große Pyramide genannt, sie ist mit Ausnahme der chinesischen Mauer, das größte je von Menschen errichtete Bauwerk. Sie ist mit 146,6 m so hoch wie ein 50stöckiger Wolkenkratzer und auf ihrer Grundfläche von 230 x 230 m hätten die fünf größten Kirchen der Welt gleichzeitig Platz. Aus den Gesteinsmengen aus denen die Pyramide errichtet ist, könnten alle Kirchen die in diesem Jahrtausend in Deutschland erbaut wurden, noch einmal errichtet werden. Ca. 2,5 Millionen Steinblöcke á 2,5 Tonnen, mit einem Gesamtgewicht von 6,25 Millionen Tonnen, benötigten einen festen Untergrund. Dieser wurde in dem felsigen Boden nahe des Dorfes Gizeh gefunden.
Die Arbeiten für das planieren der Grundfläche dauerten allein schon 10 Jahre, daran waren in etwa 4000 Menschen beteiligt. 20 weitere Jahre sollte der Bau der Pyramide dauern, mit 100000 Arbeitskräften (Herodot). Allein für die Ernährung wurden 1600 Talente (20 Mio. DM) ausgegeben. Nach heutiger Meinung waren höchstens 8000 Menschen am Pyramidenbau beteiligt, da mehr sich nur behindert hätten.
Die Felsblöcke hatten eine Höhe zwischen 80 cm und 1,45 m. Ein Trupp von 8 Mann arbeitete gemeinsam an einem solchen Block, holte ihn aus dem Steinbruch, hievte ihn mit Seilen und Hebeln auf einen Holzschlitten und brachte ihn über einen Knüppelweg zum Nilufer. Dort wurde der Block auf eine Barke verladen, ans andere Ufer befördert und auf die gleiche Art bis zum Bauplatz gebracht. Über eine 20 m breite, schräge Rampe wurden die Blöcke an ihren Einbauort befördert.
Der Pyramidon, der 9 m hohe Gipfelblock, wurde als Abschluss auf die Pyramide gesetzt. Die Außenseiten wurden mit blendend weißem Kalkstein verkleidet, so daß eine glatte Oberfläche entstand. Der Pyramideneingang befindet sich auf der Nordseite, wo man über ein Gangsystem in die Königskammer im Zentrum der Pyramide gelangt. Hier befindet sich der Königssarkophag aus rotem Granit, mit dem die Kammer auch ausgekleidet ist. Ob die Pyramide jemals als Grabstätte benutzt wurde, wird heute aus 3 Gründen bezweifelt: 1. die Kammer ist entgegen damaligem Brauch völlig unverziert, 2. der Sarkophag ist nur roh behauen und der Deckel fehlt, 3. aus der Kammer führen zwei enge Luftschächte ins Freie und Tote brauchen keine Luft.
3500 Jahre blieb das Innere von Menschen unberührt, bis der erste Grabräuber
Kalif Allah al-MaMun in der Hoffnung auf Schätze die Pyramide betrat, doch sie
war leer.
Aufgrund von Wiederaufbauarbeiten in Kairo nach einem Brand (1168) fehlen heute
die obersten Schichten der Pyramide (sie ist nur noch 137,20 m hoch) und die weißen
Kalksteinplatten.
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Phidias trug eine so vollkommene Auffassung von Schönheit in sich, daß er, ganz darauf ausgerichtet, seine Künstlerhände dazu anhalten konnte, ein wahres Abbild des Gottes zu fertigen. Marcus Tullius Cicero |
Die Zeusstatue von Olympia war das im 456 v. Chr. fertiggestellten Zeustempel von Olympia aufgestellte Bildnis des Zeus. Sie wurde allerdings erst fast zwanzig Jahre nach der Fertigstellung des Tempels ab 438 v. Chr. von dem griechischen Bildhauer Phidias wohl bis zu seinem Lebensende gegen 430 v. Chr. geschaffen und galt als sein größtes Meisterwerk.
Der griechische Reiseschriftsteller Pausanias gibt eine ausführliche Beschreibung der Statue, nach der das konkrete Aussehen freilich nur bedingt rekonstruiert werden kann. Die Statue hatte eine Höhe von über 12 m, war auf einem inneren Gerüst aus Eisen, Gips und Holz, außen mit Gold, Elfenbein und Ebenholz verkleidet (chryselephantin) und mit gegossenem farbigen Glas und Edelsteinen verziert.
Auf einem künstlichen Hügel wurde der 64 m x 27 m große Unterbau errichtet, der heute noch fast vollständig erhalten ist. Darauf befanden sich 34 Säulen aus Muschelkalk, 10,53 m hoch, die das aus Marmorplatten bestehende Dach trugen. Im Mittelpunkt des Tempels befand sich die Cella, der Kultraum, mit der Statue des Zeus, das einzige Weltwunder, das nicht unter freiem Himmel stand. Damit der bekannte Bildhauer Phidias diese Statue erschaffen konnte, wurde in einem Atelier, das sich 80 m vom Tempel entfernt befand, die Cella nachgebaut.
Phidias errichtete zunächst ein Gerüst aus Eisen, Holz und Gips, das in etwa der Statue entsprach. Dann wurden die unbekleideten Körperteile (Gesicht, Arme, Hände, Füße) mit modelliertem Elfenbein beschichtet, Haare, Gewand und Sandalen waren aus Gold. Berechnungen anhand anderer Statuen lassen vermuten, daß die Goldauflage ca. 200 kg schwer war, nach heutigem Preis ca. 6 Mio. DM wert. Die Augen bestanden vermutlich aus faustgroßen Edelsteinen, wobei die Statue insgesamt 12 m hoch war. Nach der Fertigstellung wurde die Statue in Einzelteilen zerlegt in die Cella gebracht und dort zusammengesetzt.
Die Statue des Zeus saß auf einem Armsessel mit hoher Rückenlehne. In der Linken hielt er ein Zepter als Zeichen seiner Macht auf dessen Knauf ein Adler, sein heiliger Bote, saß. Auf der rechten offenen Hand stand Nike, die geflügelte Siegesgöttin, die später vom Christentum als Engel übernommen wurde. Der Kopf war mit Ölzweigen geschmückt, wie ihn nur die Sieger erhielten. Zeus Füße ruhten auf einem Schemel, der von zwei Löwen getragen wurde und die Inschrift Phidias, Sohn des Charmides aus Athen, hat mich geschaffen trug.
Als unglücklich galt bei den Griechen, wer das Nationalheiligtum nicht gesehen hatte. Auch eine vernunftlose Kreatur müsste der Anblick des Zeus erschüttern (Chrysostomos). Der Zeus von Olympia war das letzte Werk des griechischen Bildhauers Phidias, von dem auch die in gleicher Technik errichtete Statue der Athena Parthenos auf der Akropolis in Athen stammte. Sie stellte den obersten der Götter mit gerunzelter Augenbraue (supercilium) dar. Denn mit einem Heben der Braue regiert Zeus nach antikem Glauben die Welt, mit einem Stirnrunzeln lässt er den Olymp erbeben.
Im Jahre 40 n. Chr. scheiterte der römische Kaiser Caligula mit dem Versuch, die Statue nach Rom zu schaffen. Nach derzeitigen Erkenntnissen (Stand 2004) wurde die Zeusstatue jedoch nicht in Olympia zerstört. Im 4. Jahrhundert n. Chr. wurde sie geraubt und nach Konstantinopel gebracht. Dort fiel sie 475 n. Chr. einem Brand zum Opfer. Die Statue überdauerte ca. 850 Jahre.
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Doch als ich dann endlich Artemis` Tempel
erblickt, der in die Wolken sich hebt, blasste das andre dahin. Ich
sagte: Hat Helios` Auge außer dem hohen Olymp je etwas Gleiches
gesehen?
Antipatros von Sidon |
Auf der Suche nach neuen Siedlungsmöglichkeiten gegen Ende des 2. Jahrtausends v.Chr., gründeten die Ionier gegenüber der Insel Samos die Stadt Ephesos. Im Laufe der Zeit wurde Ephesos bald eine der bedeutendsten Städte der Alten Welt. An einem abgelegenen Platz, an der Mündung des Kaystros, befand sich in einer Einfriedung ein heiliger Baum mit der Statue einer altasiatischen Naturgottheit. Die Siedler übernahmen diesen Kult, setzen die Gottheit aber mit Artemis gleich, die Tochter des Zeus und Zwillingsschwester des Apoll war.
Zum Schutz vor Erdbeben wurde der Tempel auf sumpfigem Gelände errichtet.
Die Bauarbeiten dauerten 120 Jahre (Baubeginn ca. 560 v. Chr. unter Lyderkönig
Kroisos - Krösus = reich), die Konstruktion war äußerst schwierig, denn sie
bestand aus 127 reich verzierten Marmorsäulen, die schwere Querbalken trugen.
Die zwei Meter hohe Artemis-Statue in der Cella war aus Weinrebholz gefertigt
und mit Gold und Silber verkleidet. Das Dach wurde aus Zedernholz gefertigt. Der
Tempel fiel im Jahre 356 v. Chr. einer Brandstiftung zum Opfer. Der Täter war
ein gewisser Herostratos, der dadurch berühmt werden wollte.
Unter den Überresten des Tempels, fanden die Epheser die nahezu unversehrte
Statue der Artemis, welches als Zeichen und Wunder gewertet wurde, den Tempel
noch größer, schöner und prächtiger wieder zu errichten. Auch der neue
Tempel wurde wieder zu einem religiösen und geschäftlichen Zentrum
Griechenlands und er war die größte und wichtigste Bank am Platze. Die
aufwändigere Rekonstruktion wurde 262 n. Chr. durch die plündernden Goten
zerstört, die Reste wurden von den Einwohnern, mit Übertritt zum Christentum
unter Kaiser Theodosius, als Baumaterial verwendet.
| Heute ragt nur noch eine einsame Säule aus dem Sumpfwasser. Seit der Türkenzeit wurde der verfallende Ort rund 400 Jahre lang Efes genannt | ![]() |
Mitte des 19. Jahrhunderts begannen Archäologen nach dem Tempel zu suchen, doch erst 1903 fand der Brite David Hogarth den Schatz der Artemis, bestehend aus 3000 wertvollen Perlen, Ohrringen, Haarnadeln, Broschen und Münzen. 1956 wurde die Werkstatt des Phidias freigelegt, mit Kopien der Statue aus dem ersten Tempel, diese befinden sich heute in Museen der Städte Ephesos und Seltschuk (Türkei).
Als der Apostel Paulus um das Jahr 55 in die Metropole kam, hatte er so großen Zulauf, dass viele um den Artemiskult und ihre wirtschaftliche Existenz fürchteten. Die Aufruhr des Demetrios - eines Silberschmiedes und Herstellers von Devotionalien - ist im 19.Kapitel der Apostelgeschichte beschrieben.







